Luftfahrt in der COVID19-Krise

Die Zukunft in unsicheren Zeiten gestalten: Restrukturierung, M&A und Private Equity als strategische Handlungsoptionen

Die Covid 19 Krise hat die gesamte Luftfahrtbranche erschüttert. Nach 15 Jahren ununterbrochenen Wachstums haben sich die Produktionsraten der OEMs von Flugzeugen und Triebwerken dramatisch reduziert und werden sich mittelfristig auch nicht von diesem niedrigen Niveau erholen. Die OEMs und großen Tier-1-Unternehmen haben mit Personalanpassungen, Insourcing und dem Verkauf von Vermögenswerten Maßnahmen eingeleitet, die ihr Überleben sichern werden. Hinzu kommt, dass diese Unternehmen von den jeweiligen Regierungen als systemrelevant angesehen werden und entsprechende finanzielle Unterstützung erhalten.

Besonders betroffen von der Krise sind die KMU der nachgelagerten Lieferkette (Build-to-Print-Lieferanten, allgemein als Tier 3 bekannt), die in hoher Abhängigkeit der Luftfahrtindustrie stehen. Sie wurden in den letzten Jahren mit Kostensenkungsinitiativen zu Preisnachlässen gezwungen und gleichzeitig aufgefordert, ihre Kapazitäten zu erweitern, um sich auf Produktionsraten von mehr als 60 Flugzeugen pro Monat vorzubereiten. Viele dieser mittelständischen Unternehmen haben in den zukünftigen Hochlauf der Fertigungsraten investiert und sind heute oft nicht mehr in der Lage, ihre Kredite für die getätigten Investitionen zu bedienen und, wenn die Kurzarbeit ausläuft, die Personalkosten zu decken. Viele dieser Unternehmen sind jedoch wichtiger Bestandteil der Supply Chain und stellen im Insolvenzfall ein hohes Risiko für OEM und Systemlieferanten dar.

Es gibt unterschiedliche Annahmen, wann der Markt sich soweit erholt hat, dass das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird. Realistisch ist der Ansatz, dass dies etwa 2024 erreicht wird. Langfristig wird der Markt der zivilen Luftfahrt nach wie vor ein Wachstumsmarkt sein.

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