Add-On-Akquisition

Ausbau durch Zukauf

Von einem Add-On spricht man bei einem einzelnen Unternehmenszukauf. Das akquirierte Unternehmen wird in das Unternehmen oder das Unternehmensportfolio integriert.

Kaufanlässe, -motive und -ziele könnten die folgenden sein:

  • Sie könnten Synergien in den Bereichen Einkauf (Procurement), Produktion, Vertrieb, Service und Verwaltung heben wollen.
  • Sie könnten Größenvorteile erzielen wollen: Kosteneinsparungen beispielsweise durch größere Stückzahlen, Einsparung von Personal durch Zusammenlegung von Abteilungen, Stabilisierung der Eigenkapitalbasis und der Unternehmensfinanzierung etc.
  • Vielleicht möchten Sie neuen Marktanteile gewinnen.
  • Sie könnten zusätzliches Know-How erwerben wollen, um neue Produke oder Dienstleistungen zu entwickeln oder bestehende zu verbessern.
  • Sie könnten direkten Zugang zum Endkunden bekommen wollen, und somit direkte Rückmeldung für Ihr Produktmanagement und die Endkundenmarge.
  • Sie könnten Ihre Kundenbasis national und international erweitern.
  • Sie könnten Ihr Produkt- und Dienstleistungsportfolio ausbauen, indem Sie Produkte oder Dienstleistungen des zugekauften Unternehmens ins Programm nehmen.

Sie haben grundsätzlich die Möglichkeiten, Mitbewerber aufzukaufen (horizontale Akquisition), oder Unternehmen in der vor- und nachgelagerten Zuliefererkette zuzukaufen (vertikale Akquisition). Für einen großen Sprung kann auch darüber hinaus gedacht werden.

Eine vertikale Add-On-Akquisition zur Erweiterung Ihrer vorgelagerten Wertschöpfungskette wäre beispielsweise der Erwerb eines Lieferanten von Rohmaterialen. Auch der Zukauf einer technologischen Erweiterung gilt als vertikales Add-On. Der Kauf eines internationalen Vertriebspartners, der Ihnen einen direkten Zugang zu Ihren internationalen Kunden bietet, wäre eine vertikale Add-On-Akquisition zur Erweiterung Ihrer nachgelagerten Wertschöpfungskette.

Eine horizontale Add-On-Akquisition würden Sie dann vornehmen, wenn Sie beispielsweise einen Mitbewerber oder Konkurrenten  mit ähnlichen Geschäftsmodellen zur Marktabrundung oder Konsolidierung erwerben und integrieren würden, beispielsweise in den Bereichen Kunden, Geschäft und Marktanteile.

Wenn Sie ein mittelständischer strategischer Investor sind, planen Sie unserer Erfahrung nach häufig keine Wiederveräußerung und planen dementsprechend langfristige und nachhaltige Wert- und Ertragssteigerungen. Beispielsweise sind dies Wachstumsstrategien mit dem Ziel des Markteintritts in ein neues Geschäftsfeld oder in eine neue Region, oder auch Strategien für Wachstum durch Erweiterung. Letztere führen zu einer vertikalen Erweiterung der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, oder zu einer horizontalen Expansion des bestehenden Geschäftsmodells.

Welcher Ansatz für Sie sinnvoll und effizient ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Dies hängt von vielen Faktoren ab, beispielsweise von Ihrer Kapitalausstattung und Ihrer Markt- und Unternehmenssituation, in der sich Ihre Firma bewegt, und kann nur im Einzelfall abgewogen werden. Im Falle einer Kapitalknappheit ist bei einem erfolgversprechenden Vorhaben mit der Unterstützung von externen Kapitalgebern vieles möglich.

Wenn Sie ein Finanzinvestor sind, planen sie unserer Erfahrung nach Add-On-Zukäufe im Mittelstand als strategische Handlungsoption, um die Investorenrendite Ihrer Portfoliogesellschaften durch Zukäufe und Integration komplementärer Unternehmen zu erhöhen. Unserer Erfahrung nach hat sich diese Tendenz eher verstärkt. Gründe hierfür sind die wachsende Konkurrenz in Ihrer Branche bei Zukäufen mittelständischer Unternehmen, der hohe Bestand und weitere Zufluss von Investorenkapital und der damit verbundene Anlagedruck, und „last but not least“ das weiterhin günstige Kreditzinsumfeld.

Sowohl strategische als auch Finanzinvestoren nutzen nicht selten eine Reihe von Add-On-Akquisitionen zum Aufbauen einer Unternehmensgruppe. Dies wird als Buy-and-Build bezeichnet. Auch in diesem Feld können wir Sie kompetent beraten.

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