Hersteller und Zulieferer von Fertigungsmaschinen

Die deutsche Fertigungsmaschinenbranche ist stark segmentiert und umfasst eine große Anzahl kleinerer Unternehmen. Viele Mittelständler haben sich mit spezialisierten Produkten in ihrer Nische etabliert. Einige Hidden Champions sind hier verborgen. Vergleichsweise wenige große Konzerne, die meist mit größeren Stückzahlen das Standardgeschäft sehr effektiv bedienen oder Großanlagen liefern, runden das Bild ab. Zuliefernde Betriebe, zum Beispiel von Handhabungstechnik, Mess- und Prozesstechnik oder Antriebssystemen, stehen in Lieferbeziehungen zu meist mehreren großen und kleineren Maschinenherstellern. In den einzelnen Betrieben ist die Fertigungstiefe oft recht hoch, die Lieferketten sind im Vergleich mit Branchen wie Luft- und Raumfahrt oder Automotive eher kurz. Man kann eher von einem Zuliefernetz als von hierachischen Lieferketten sprechen.

Die Branche ist mit etwa 80% Exportanteil international ausgerichtet und dementsprechend nicht nur von der Konjunktur in Deutschland, sondern besonders auch von den internationalen Zielmärkten abhängig. Dort steht der deutsche Maschinenbau mit den internationalen Mitbewerbern im Wettbewerb, sodass auch die Stärke der anderen Player ein wichtiger Faktor ist. Insbesondere chinesische Unternehmen drücken auf die Preise für Standardmaschinen im unteren und inzwischen auch im mittleren Qualitätssegment. Die deutschen Hersteller haben traditionell eine überdurchschnittlich hohe Innovationskraft, sodass sich durch Technologieführerschaft immer noch gute Margen erzielen lassen. Durch das Nachziehen der Mitbewerber entsteht jedoch ein erheblicher Innovationsdruck. Außerdem rechtfertigt die Technologieführerschaft kein beliebig hohes Preisniveau – auch Innovationen müssen sich rechnen. Daher besteht erheblicher Druck zur Automatisierung und Prozessoptimierung. Die Lösung liegt nicht nur in der Fertigungsoptimierung, sondern auch die Produkte sollten auf effektive Fertigung getrimmt sein.

Der Marktdruck hat in vielen Marktsegmenten bereits zu einer erheblichen Konsolidierung geführt, dennoch ist die Bransche nach wie vor stark fragmentiert. Es besteht daher noch viel Potenzial zur Hebung von Synergien durch Transaktionen wie Aufkäufe und Kooperationen, um im internationalen Wettbewerb weiterhin bestehen zu können. Eine weitere Strategie kann die Internationalisierung sein, da die Präsenz vor Ort für das Auslandsgeschäft häufig unverzichtbar ist. Denkbar ist, zu diesem Zweck mit anderen Unternehmen zu kooperieren.

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