Neue Materialien

Die Industriezweig der neuen Materialien ist naturgemäß von außerordentlich starker Innovationstätigkeit geprägt, was im Erfolgsfall die Grundlage für eine neue Branche bilden kann. Ein Beispiel ist die Herstellung von neuartigen Fasern, wie zum Beispiel in der Frühzeit Polyamidfasern, die neue Textilien ermöglichten, und in den letzten Jahrzehnten Kohlenstoff- oder Aramidfasern, die eine ganze Klasse neuer Materialien und Anwendungen eröffnet hat. Ein anderes Beispiel sind feinste Pulver, die durch Nanoeffekte neue Möglichkeiten eröffnen. Wenn sich Produkte aus neuen Materialien etablieren und in die Massenproduktion gehen, wachsen oft große, erfolgreiche Unternehmen heran, insbesondere Materialhersteller. Daneben gibt es eine Vielzahl kleinerer und mittelgroßer Mittelständler sowie Start-Ups, die mit Anwendungen, speziellen Materialien und Herstellverfahren erfolgreich sind. Auch etablierte Unternehmen, insbesondere die großen OEMs, verbessern ihre Produkte duch neue Materialien. Die Margen sind durch die verbesserten Eigenschaften der Produkte anfangs oft außerordentlich hoch, verringern sich jedoch mit der Etablierung und aufkommendem Wettbewerb.

Die Vorteile von Composites und Kunststoffen gewinnen in vielen Branchen wachsende Bedeutung. Gewichtsreduzierung ist einer der wichtigsten Parameter zur Verbesserung der Energieeffizienz in der Luft- und Raumfahrt. Insbesondere bei den großen Flugzeugbauern (Airbus, Boeing, etc.) und bei elektrisch betriebenen Flugzeugen und eVTOLs, die überwiegend von Start-Ups entwickelt werden, haben sich Faserverbundwerkstoffe fest etabliert. Mit jedem neuen Flugzeugtyp wächst die Nachfrage nach Verbundwerkstoffen in der zivilen und militärischen Luftfahrt, aber auch in der Raumfahrt. Zugleich wächst der Druck auf die Zulieferer, kostengünstiger und auch in größeren Stückzahlen zu produzieren, was durch das Wachstum und den Wettbewerb der großen OEMs getrieben ist. Zusätzlich müssen sie sich gegen die billigere Konkurrenz, insbesondere aus China und Indien, positionieren. Weitere Herausforderungen sind die hohen qualitativen Anforderungen an einen effizienten Leichtbau, flexible Reaktionen auf Kapazitätsschwankungen und die Notwendigkeit der Automatisierung und Digitalisierung der Produktion im Leichtbau. Das alles erhöht den Kooperationsbedarf zwischen den Zulieferern und die Notwendigkeit, sich Zugang zu neuem Kapital zu erschließen. Bei beidem können wir mit unserer Branchenkenntnis, Transaktionen und unseren Kontakten zu Finanzierern und Investoren behilflich sein.

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